Aufschieberitis im neuen Jahr – warum gute Vorsätze scheitern und was wirklich hilft
Die guten Vorsätze sind gefasst, der Kalender ist neu – und doch ist es oft nur eine Frage von Wochen, bis aus Motivation Aufschieberitis wird. Sport, Weiterbildung, Prozessverbesserungen oder das längst überfällige Projekt: Was privat beginnt, setzt sich im Berufsleben nahtlos fort. Für Arbeitgeber wie Mitarbeitende lohnt sich daher ein ehrlicher Blick auf die Ursachen – und vor allem auf praktikable Lösungen.
Was ist Aufschieberitis – und warum betrifft sie uns alle?
Aufschieberitis (Prokrastination) beschreibt das wiederholte Aufschieben von Aufgaben, obwohl wir wissen, dass uns das langfristig schadet. Wichtig: Es geht dabei nicht um Faulheit. Vielmehr ist Aufschieben häufig ein psychologischer Selbstschutz.
Typische Ursachen und Gründe
1. Überforderung durch zu große Aufgaben
Große Ziele wirken abstrakt und schwer greifbar. Das Gehirn reagiert mit Vermeidung, um Stress zu reduzieren.
2. Perfektionismus
Der Anspruch, alles „richtig“ oder „perfekt“ zu machen, führt dazu, lieber gar nicht anzufangen.
3. Fehlende Priorisierung
Wenn alles wichtig erscheint, wird nichts konkret angegangen.
4. Angst vor Fehlern oder Bewertung
Gerade im Job spielt die Sorge eine Rolle, Erwartungen nicht zu erfüllen oder negativ aufzufallen.
5. Geringe Sinnhaftigkeit
Aufgaben ohne erkennbaren Nutzen oder Zielbezug werden besonders gern aufgeschoben.
Diese Gründe gelten im privaten wie im beruflichen Kontext – mit dem Unterschied, dass Aufschieberitis im Unternehmen schnell zu Produktivitätsverlust, Frust im Team und verpassten Chancen führt.
Was hilft gegen Aufschieberitis? Praktische Strategien
1. Mit kleinen Schritten beginnen
Große Aufgaben sollten konsequent in kleine, machbare Teilziele zerlegt werden. Der erste Schritt darf bewusst minimal sein – Hauptsache, er bringt Bewegung.
Beispiel: Nicht „Projektkonzept schreiben“, sondern „Überschrift und drei Stichpunkte notieren“.
Jeder erledigte Schritt erzeugt ein Erfolgserlebnis – und Motivation für den nächsten.
2. Realistische Zeitdauer analysieren
Viele Aufgaben wirken größer, als sie tatsächlich sind. Hilfreich ist es, den eigenen Zeitbedarf ehrlich zu analysieren.
- Aufgaben, die weniger als 5 Minuten dauern, sollten sofort erledigt werden.
- Wiederkehrende Tätigkeiten lassen sich besser planen, wenn man weiß, wie lange sie wirklich dauern.
Das reduziert mentale Last und verhindert unnötiges Verschieben.
3. Ablenkungen bewusst vermeiden
E-Mails, Messenger, Social Media oder spontane Anfragen unterbrechen den Fokus.
Hilfreich sind:
- feste Fokuszeiten
- Benachrichtigungen deaktivieren
- klare Kommunikation im Team („Bitte nicht stören“-Zeiten)
Gerade Arbeitgeber können hier durch eine fokussierte Arbeitskultur viel bewirken.
4. Belohnungen einbauen
Unser Gehirn liebt unmittelbare Belohnungen. Nutzen Sie das gezielt:
- 5 Minuten Pause nach einem kleinen erledigten Schritt: ein Kaffee, ein kurzer Spaziergang oder Musik
- eine größere Belohnung (z. B. gutes Abendessen) nach Abschluss einer großen Aufgabe
Belohnungen verstärken positives Verhalten – auch im Arbeitsalltag.
Weitere wichtige Aspekte, die gerade im Berufsleben oft unterschätzt werden
5. Klare Ziele und Sinn vermitteln
Aufgaben werden schneller angegangen, wenn klar ist:
- Warum mache ich das?
- Welchen Beitrag leistet es zum Gesamtziel?
Führungskräfte können Aufschieberitis reduzieren, indem sie Ziele transparent machen und Sinn stiften.
6. Zusammenarbeit: Verbindlichkeit schaffen
Verbindlichkeit wirkt stärker als Selbstdisziplin:
- Deadlines mit anderen vereinbaren
- Zwischenstände teilen
- Aufgaben sichtbar machen (z. B. Meilenstein-Kalender, Ergebnisse im Team-Meeting vorstellen)
Was ausgesprochen ist, wird seltener aufgeschoben.
7. Energie statt nur Zeit managen
Nicht jede Tageszeit eignet sich für jede Aufgabe. Anspruchsvolle Tätigkeiten sollten in Phasen hoher Konzentration erledigt werden.
Arbeitgeber können das unterstützen, indem sie flexible Arbeitszeitmodelle zulassen und individuelle Leistungsphasen respektieren.
8. Fehlerfreundliche Unternehmenskultur als Prävention fördern
Wo Fehler tabu sind, wird lieber aufgeschoben als ausprobiert. Eine fehlerfreundliche Kultur bedeutet, dass Mitarbeitende Entscheidungen treffen und auch Fehler machen dürfen, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.
Arbeitgeber sollten Fehler nicht sanktionieren, sondern als Lernchance nutzen, offen darüber sprechen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Diese Haltung nimmt Druck, fördert Eigenverantwortung und kann so verhindern, dass Mitarbeiter und Kollegen (unbewusst) aus Angst vor den Konsequenzen versuchen, bestimmte Aufgaben zu umgehen.
Wie gute Arbeitsorganisation Aufschieberitis reduziert
Aufschieberitis entsteht im Arbeitsalltag häufig dort, wo Prozesse unklar, Aufgaben schlecht priorisiert oder Informationen schwer zugänglich sind. Die digitale Lösungen von MEP24 unterstützen Unternehmen dabei, genau diese Hürden abzubauen.
TEAM = Toll, ein anderer macht’s?
Eine klare Einsatzplanung, transparente Zuständigkeiten und strukturierte Prozesse entlasten Mitarbeitende spürbar. Wenn klar ist, was zu tun ist, wer zuständig ist und bis wann etwas erledigt werden soll, sinkt die mentale Belastung – und damit auch die Neigung, Aufgaben aufzuschieben oder auf andere abzuwälzen.
Gleichzeitig schaffen digitale Workflows Routine und Übersicht: Kleine Aufgaben gehen nicht mehr verloren, große Projekte lassen sich in überschaubare Schritte gliedern und Fortschritte werden sichtbar gemacht. Das wirkt motivierend und fördert ein Gefühl von Eigenverantwortung bei Mitarbeitern und Vertrauen von Führungskräften in die (selbst-)organisatorischen Fähigkeiten ihrer Teams.
Kurz gesagt: Gute Arbeitsorganisation ist kein Kontrollinstrument, sondern ein wirksames Mittel gegen Aufschieberitis.
Aufschieberitis ist menschlich – aber steuerbar
Ob gute Vorsätze oder berufliche Projekte: Aufschieberitis ist kein persönliches Versagen, sondern ein Signal. Wer Ursachen versteht, Aufgaben sinnvoll strukturiert und realistische Rahmenbedingungen schafft, kann ihr wirksam begegnen.
Für Arbeitgeber bedeutet das: Produktivität entsteht nicht durch Druck, sondern durch Klarheit, Sinn und gute Arbeitsbedingungen. Für Mitarbeitende heißt es: Kleine Schritte schlagen perfekte Pläne.
Der beste Zeitpunkt anzufangen? Nicht morgen – sondern jetzt mit dem nächsten kleinen Schritt.
Bleiben Sie dran:
Sie haben noch Fragen zur Einsatzplanung oder zu Einstellungen in MEP24web? Dann wenden Sie sich an unser Support-Team unter support@mep24software.de.
Verpassen Sie ab sofort keinen Blog-Beitrag mehr – melden Sie sich jetzt hier für unseren Newsletter an.
Bildnachweis: MEP24 Software GmbH, Canva Pro


.avif)
