September ist der Monat der Mentorinnen und Mentoren
Mentorinnen und Mentoren für inklusive duale Berufsausbildung
Im Erasmus+-Projekt Building Inclusion-Driven Dual VET (Inklusive duale Berufsausbildung) arbeiten die Projektpartner aus Deutschland, Bulgarien und Griechenland seit einigen Monaten an der zweiten Projektphase. Aufbauend auf den Erkenntnissen der internationalen Fokusgruppen entstehen derzeit praxisnahe Lehrmaterialien und eine gemeinsame Methodik, die Mentorinnen und Mentoren dabei unterstützen sollen, Auszubildende professionell und inklusiv zu begleiten.
Mit dem Month of the Mentor möchten wir im September den Blick auf die Menschen richten, die diese Aufgabe täglich übernehmen. Denn erfolgreiche Ausbildung beginnt nicht mit einem Lehrplan oder einer Checkliste – sie beginnt mit Menschen, die ihr Wissen weitergeben, Erfahrungen teilen, Orientierung bieten und andere auf ihrem beruflichen Weg begleiten.
Mentoring ist heute weit mehr als die Vermittlung fachlicher Kenntnisse. Mentorinnen und Mentoren helfen neuen Mitarbeitenden und Auszubildenden dabei, sich in einem Unternehmen zurechtzufinden, Verantwortung zu übernehmen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Sie schaffen eine Lernumgebung, in der Fehler als Teil des Lernprozesses verstanden werden und Entwicklung möglich wird.
Gerade in der dualen Ausbildung kommt dieser Rolle eine besondere Bedeutung zu. Die Verbindung von Theorie und Praxis gelingt nur dann nachhaltig, wenn erfahrene Fachkräfte ihr Wissen nicht nur weitergeben, sondern Lernprozesse aktiv begleiten. Gute Mentorinnen und Mentoren fördern Selbstständigkeit, geben konstruktives Feedback und unterstützen Auszubildende dabei, Schritt für Schritt ihre berufliche Identität zu entwickeln.
Noch wichtiger wird Mentoring, wenn Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam lernen und arbeiten. Inklusive Ausbildung bedeutet nicht, Anforderungen zu senken, sondern jedem Menschen faire Möglichkeiten zu geben, sein Potenzial zu entfalten. Dafür braucht es Mentorinnen und Mentoren, die Vielfalt als Bereicherung verstehen und eine Arbeitsumgebung schaffen, in der alle Auszubildenden erfolgreich lernen können. Genau dieser Ansatz bildet einen zentralen Bestandteil der im Projekt entwickelten Materialien.
Die Ergebnisse der Fokusgruppen in allen drei Partnerländern haben deutlich gezeigt, dass Unternehmen den Wert eines guten Mentorings erkennen. Gleichzeitig wünschen sich viele Mentorinnen und Mentoren mehr Orientierung, praktische Werkzeuge und gezielte Qualifizierungen, um ihrer Rolle noch besser gerecht werden zu können. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die derzeit entstehenden Schulungsunterlagen und die gemeinsame Methodik des Projekts.
Die entwickelten Lehrmaterialien stehen inzwischen zur Verfügung. Parallel dazu finden in Deutschland, Bulgarien und Griechenland die Pilottrainings statt, bei denen jeweils 20 Mentorinnen und Mentoren mit den neuen Materialien arbeiten und ihre Erfahrungen in die weitere Optimierung dieser neuen Arbeitsweise einbringen.
Der internationale Austausch ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor. Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und bewährte Praxisbeispiele aus drei Ländern fließen in die Materialien ein und schaffen eine gemeinsame europäische Grundlage für modernes, inklusives Mentoring.
Im Verlauf des gesamten Septembers werden wir deshalb verschiedene Facetten des Mentorings vorstellen – von der Bedeutung guter Begleitung im Unternehmen über Mentoring in der dualen Ausbildung bis hin zu inklusivem Mentoring. Denn starke Mentorinnen und Mentoren fördern nicht nur Fachkräfte von morgen. Sie stärken Menschen, schaffen Chancengleichheit und gestalten die Zukunft der beruflichen Bildung aktiv mit.
Download Lehrmaterialien


Bildnachweis: MEP24 Software GmbH, Erasmus+, CanvaPro
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